Häkeltiere sind Spielzeug - CE muss sein!

Posted On: Mär 13, 2021

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Categories: Haekeltiere Verkaufen

Author: Pam

Häkeltiere und Amigurumi fallen in fast allen Fällen in die Kategorie Spielzeug.


„Als Spielzeuge gelten dabei alle Erzeugnisse, die dazu gestaltet oder offensichtlich bestimmt sind, von Kindern im Alter bis zu 14 Jahren verwendet zu werden.“ (Quelle)

Unter diese Kategorie fallen neben klassischen Kuscheltieren alle Dinge, die irgendwie kindlich und spielerisch gestaltet sind. Teddybär-Topflappen z. B. oder ein Schnuffeltuch mit Hasenkopf.

Es gibt einige wenige Ausnahmen bzw. Grauzonen wie die Verwendung als Mobile, aber es reicht grundsätzlich erstmal nicht, Dein Amigurumi als "Deko" zu deklarieren und auf die CE-Kennzeichnung zu verzichten. Denn im Prinzip lädt so ein weich gefülltes Schmuseviech immer zum Anfassen und Bespielen ein und muss daher den Richtlinien entsprechen, wenn es weitergegeben werden soll.

Für das in Verkehr bringen von Spielzeug gibt es ganz eigene Regeln. Wer in Deutschland und der EU Spielzeug in Verkehr bringt, muss darauf achten, das alle verwendeten Materialien geprüft und für die Herstellung von Spielzeugen zugelassen sind und das das Spielzeug keine Gefahr für die Kinder bedeutet.

Und das gilt (leider) nicht nur für die gewerbliche Nutzung. Selbst wenn Du einem Kinderhospitz spenden willst oder der örtlichen Frühchenstation, müssen die Häkeltiere nach den DIN-Normen erstellt und mit dem CE kennzeichen versehen werden. Niemand möchte, das ein Neugeborenes sich beim Kuscheln verletzt oder Sustanzen ausgesetzt wird, die ihm schaden könnten.

Daher hab ich hier auch "in Verkehr bringen" gesagt, und nicht "verkaufen".

Einige Hersteller wie z.b. Schachenmayr haben auf ihrer Webseite oder in der Produktbeschreibung erläutert, ob und welche Materialen nach dieser Norm geprüft wurden. https://schachenmayr.com/de/tipps-tricks/faq/die-spielzeugeignung-von-catania

Materialien, die nicht geeignet sind, dürfen beim in Verkehr bringen nicht verwendet werden. Für mich bedeutete das direkt zu Beginn meiner Tätigkeit eine ganz schöne Umstellung. Ich hatte mir doch im Vorfeld einiges an Material besorgt, das ich dann nicht mehr für die Häkeltierproduktion verwenden konnte.

Zudem muss Dein Häkeltier mehreren Tests unterzogen werden, bevor es auf die Kinder losgelassen werden darf.

Dazu gehört ein Zugtest, bei dem Nähte auf Reißfestigkeit geprüft werden, der Brenntest, der verhindert, das Dein Häkeltier irgendwann mal einen Großbrand auslöst und ein Waschtest, bei dem man darauf achtet, das die Materialen sich nicht verändern, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen.

Oder hättest Du gern ein doppelt so dickes Häkelschaf, wenn es mal im Waschbecken landet oder das Kind daran herumlutscht? Wenn Dein Häkeltier feste Bestandteile wie einen Holzring enthält, fällt noch der Schlagtest an. All das wird ausführlich dokumentiert und ist Teil des CE-Prozesses.

Im Endeffekt ist das alles aber weit weniger dramatisch, als es im ersten Moment klingt. Und es gibt Hilfe. Ich stelle Dir hier zwei Quellen vor, die mich im Prozess begleitet haben und überaus hilfreich waren.

Der Verein Wir machen Spielzeug e.V. war für mich die erste Anlaufstelle zum Thema. Als Mitglied erhält man Zugang zu den sonst sehr teuren Normen, bekommt zahlreiche Infos und Hilfsmittel wie ein komplettes Testset für die Produktprüfungen. Außerdem gibt es eine ganz tolle Facebook-Gruppe, in der man auf alle Fragen Antworten erhält.


https://www.wirmachenspielzeug.de/

Das CE-Handbuch ist eine mega ausführliche Handreichung, die Dich komplett durch den CE-Prozess begleitet. Für mich war das Handbuch die Rettung und hat mich wunderbar durch den kompletten Prozess begleitet. Warum mach ich das überhaupt? Was muss ich beachten? Und was muss wohin?


https://ce-handbuch.de/

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, aber für den Einstieg kann ich diese beiden Seiten dringendst empfehlen.

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